
Aufbau von Ladeinfrastruktur in Berlin
In Berlin haben das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt – Institut für Verkehrsforschung und die VMZ Berlin Betreibergesellschaft mbH gemeinsam ein Verfahren entwickelt, mit dem sie zukünftige Standorte für Ladeinfrastruktur im Berliner Stadtgebiet bestimmt haben. Dabei ging es vor allem um die Einrichtung von Ladesäulen für große Carsharing-Flotten mit E-Fahrzeugen im Berliner Stadtgebiet. Abschlussergebnis des Projekts war die Ausbauempfehlung um 264 Lademöglichkeiten auf dann 534 Ladepunkte. Das Projekt wird im Rahmen des Schaufenster Elektromobilität Berlin-Brandenburg durch die Bundesregierung gefördert.

Masterplan Hamburg
In der Modellregion Elektromobilität Hamburg wurde in mehreren Projekten bis Ende 2012 in einer ersten Phase eine Flotte an E-Fahrzeugen und Infrastruktur aufgebaut. Im Zuge des „Masterplan öffentliche Ladeinfrastruktur“ wird nun auf dieser Basis bis 2015 die Infrastruktur ausgebaut. Zentral dabei sind die fortlaufende Kontrolle der bereits bestehenden Infrastruktur und die Überprüfung der Prognosen. Hierbei werden Fahrzeughochlaufszenarien und Nutzung der Infrastruktur eingehend untersucht. Der tatsächliche Stromverbrauch und die Anzahl der Anschlussvorgänge sind dabei wichtige Beurteilungskriterien. Die Anpassung des ermittelten Ausbaubedarfs geschieht nach diesem Modell also laufend und Annahmen können mit den Ergebnissen der Praxis verglichen werden. Mit dem festgestellten Bedarf auf Stadtebene kann anschließend mit der Umsetzung begonnen werden. Mit einem entwickelten Bewertungsschema erfolgt die Untersuchung geeigneter Standorte. Die Standorte werden gleichgewichtet aus Anbieter- wie aus Nutzersicht bewertet. Aus Anbietersicht sind zum Beispiel Faktoren wie ein geringer baulicher, elektrotechnischer und verwaltungstechnischer Aufwand sowie die Attraktivität der Lage relevant. Für Nutzer zählen gute Erreichbarkeit, Erkennbarkeit, eine zentrale Lage oder eine gute ÖPNV-Anbindung.
Mit diesem Bewertungsschema erhält man eine Entscheidungsbasis für die Standorte von Ladeinfrastruktur.
Ladeinfrastruktur in Dortmund im Projekt metropol-E, Ansatz lokale SIMONE
Ein Lösungsansatz für die bedarfsgerechte Verteilung von Ladeinfrastruktur (LIS) ist das „Siedlungsorientierte Modell für Nachhaltigen Aufbau und Förderung der E-Ladeinfrastruktur“ (SIMONE), entwickelt in der Modellregion Elektromobilität Rhein-Ruhr. Das Projekt SIMONE soll in Dortmund umgesetzt, die gewonnen Erkenntnisse auf andere Kommunen übertragen werden.
Das SIMONE-Konzept gibt einen Rahmen vor, den Kommunen für die Ermittlung des Bedarfs an LIS und die Höhe der Fördermittel anwenden können: Innerhalb einer Kommune wird den verschiedenen Gebietstypen (Stadtkerngebiet, Industriegebiet, etc.) ein Bedarf an LIS zugeordnet – die maximale förderfähige Anzahl. Die Gebietskörperschaft übernimmt die organisatorische Verantwortung. Die Bundesregierung soll mit dem SIMONE-Ansatz ein möglichst einfaches Verfahren mit Prüfmechanismen erhalten, um die Förderquoten anhand von Gebietskörperschaften festzusetzen.
Eine Besonderheit ist das Standortkriterium „Intermodale Verknüpfungspunkte“. Diese LIS an Knotenpunkten, an denen ein Mobilitätsmix mit ÖPNV und (E)-Car-Sharing möglich wird, können vom Gesamtbedarf an Ladeinfrastruktur abgezogen werden. Ein nutzanalytisches Verfahren – die Verteilung des Verkehrs auf die Gesamtzahl der LIS – wird auf diese Ladepunkte nicht angewendet.
